GOOGLE AMP

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By | 2018-06-07T16:58:44+00:00 Oktober 29th, 2015|Categories: e-Publishing|Tags: , , , , |

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Googles Accelerated Mobile Pages (AMP) sollen das mobile Internet beschleunigen. Doch was bedeutet das für Verlage?

Im Oktober überschlugen sich die Nachrichten mit Neuigkeiten rund um mobiles Publishing. Google hat mit AMP (Accelerated Mobile Pages) eine eine Kampfansage an langsame mobile Webseiten gemacht. Der Suchmaschinenriese gab an die Performanz mobiler Seiten mit AMP drastisch zu verbessern. Das Open Source Projekt wird automatisch Inhalte von Verlagen für mobile Geräte optimieren.

So funktioniert AMP

Der steigende Nachrichten Konsum auf Smartphones und Tablets ruft nach einer entsprechenden Qualität des Nutzererlebnisses. Bisher hält sich die mobil-Freundlichkeit der meisten Seiten jedoch in Grenzen. Die Ladezeiten mobiler Webseiten sind zu lang und es ist nicht untypisch, dass Leser ihre Geduld verlieren und das Interesse an der Seite ganz verlieren. Googles neues Projekt ist Teil eines ganzheitlichen Konzeptes für die Aufbereitung mobiler Inhalte, das Nutzern eine einfache Suche und einen besseren Zugang zu Inhalten ermöglichen soll.

Das Open Source Framework von AMP ist darauf ausgelegt die HTML, JavaScript und CSS Elemente zu verschlanken und damit Ladezeiten zu verkürzen. Verlage und andere Online Publisher befüllen dafür Inhalt-Templates, welche die notwendigen Elemente wie Text, Bilder, Video und Werbung mit geringer Bandbreite enthalten. Nutzer des mobilen Google Browsers werden zukünftig die mit AMP aufbereiteten Artikel bevorzugt angezeigt bekommen. Das heißt, das AMP Artikel vor allen anderen Suchergebnissen angezeigt werden.

Ein schnelles und schlankes Web für Mobilnutzer

Wie bei Google zu erwarten, spielten die ganz Großen der Mediabranche bei dem APM Debut eine große Rolle. Partner sind unter anderem Twitter, Pinterest, LinkedIn, WordPress und Verlage wie die New York Times, Vox Media und die Financial Times. Auch wenn der Auftakt groß gepriesen wurde, so wirkt Google nach den Kampagnen zur Revolutionierung von mobilen Nachrichten von Facebook und Apple als Nachzügler.

Bei Facebooks „Instant Articles“ werden Artikel für Facebook aufbereitet und direkt in Facebook angezeigt. Jedoch lassen sich die Artikel auch wirklich nur für Facebook verwenden und können nur dort gelesen werden. Das gleiche Problem weist auch „Apple News“ auf, welche im letzten Monat mit iOS 9 ausgerollt wurden.

Google hingegen betont, das AMP Inhalte offen, immer zugänglich und nicht bei Drittanbietern eingeschlossen sein sollen. Eines ist klar, AMP wird die Ladegeschwindigkeit und Performanz von mobilen Seiten verbessern, doch welche Vorteile ergeben sich für Verlage und andere mobile Publisher?

Die Folgen von AMP für Verlage

AMPs schnellere Webseiten kommen mit einem gewissen Preis. Alle interaktiven und liebevoll aufbereiteten Animationen und viele andere Storytelling Elemente fallen der AMP Optimierung zum Opfer. Auch die Analyse des Leseverhaltens wird schwieriger, da AMP kein JacaScript basierendes Tracking oder Analyse erlaubt.

Des Weiteren werden alle Verlage, die AMP nicht nutzen, mit schlechteren Positionierungen in der mobilen Suche abgestraft. Das bedeutet für viele Verlage weniger Besucher und damit auch oft weniger Werbeeinnahmen.

Mobile Apps als Alternative zu AMP

Bei all den düsteren Szenarien sollten Verlage nicht außer Acht lassen, das Mobilnutzer den Großteil der Zeit mit mobilen Geräten in Apps und nicht im mobilen Browser verbringen. Zusätzlich schätzen die Leser eine fesselnde und im besten Fall interaktive Berichterstattung. Google AMP könnte daher auch nur als Trigger für native Apps von Verlagen und anderen mobilen Publisher genutzt werden.

Apps bieten Verlagen die Freiheit Geschichten außergewöhnlich aufzubereiten und Gamification, unterschiedliche Technologien sowie Personalisierung und Storytelling Techniken zusammenzubringen ohne Kompromisse einzugehen. Außerdem können App Inhalte vorgeladen und auch offline genutzt werden. Ein weiterer Vorteil von Apps ist definitiv der Personalisierungsfaktor. Personalisierte Push-Nachrichten oder News-Feeds, können das Lesevergnügen deutlich steigern.

Die gesammelten Daten können auch genutzt werden, um mit dem Leser außerhalb der App in Kontakt zu treten. Zu guter Letzt können Verlage mit einer App ein eigenes Monetarisierungsmodell für ihre Inhalte aufsetzten und sind dabei unabhängig von Drittanbietern und deren Margen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass AMP das Potential hat, das mobile Internet aufzurütteln und das mobile Nutzerverhalten nachhaltig zu verändern. Verlage müssen AMP definitiv in ihrer digitalen Strategie berücksichtigen und sich schnell positionieren. Grundsätzlich sollten Verlage das Ziel haben, das mobile Leseerlebnis zu optimieren – egal ob mit AMP oder mit Hilfe von Apps.

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