ERSTER PLATZ UND SONDERPREIS FÜR “UNAITE”

ERSTER PLATZ UND SONDERPREIS FÜR “UNAITE”

By |2018-06-07T16:57:59+00:00Juni 13th, 2016|Categories: IT Entwicklung|

Turning News into Dialog

SPRYLAB nahm zweieinhalb Tage am Hackathon des Handelsblatts teil, um zusammen mit Redakteuren, Entwicklern und Designern an der Zukunft des Journalismus zu arbeiten. Herausgekommen ist “Unaite” – eine Lösung die Leser und Redaktionen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz näher zusammenbringt. Das Projekt belegte den ersten Platz als “Best Overall” und ergatterte zudem noch den CoreMedia Sonderpreis.

“Aber welchen Pain lösen wir damit jetzt eigentlich?”

Mit diesem Satz verstummte die vorherige lebhafte Diskussion über Features in unserem Team plötzlich, spät am Samstag Abend auf dem VHBHackathon in Düsseldorf. Veranstaltet vom Handelsblatt und 3M waren Enwickler, Designer und Journalisten zum gemeinsamen Hacken geladen – versorgt mit jeder Menge Pizza, Eis, Bier und einem funktionierenden(!) WLAN.

Wir hatten uns verrannt. Einer tollen Grundidee fehlte noch irgendwie der Kick. Warum sollten Leser eines Artikels sich mit einem Bot unterhalten? Nur, damit er länger bleibt? Das freut sicher den Verlag, aber ist es mehr als ein simples Gimmick, mit dem man mal rumspielt und dann vergisst?

Wir waren kurz davor, das Team zu splitten: Ein Teil kümmert sich um den Chatbot und fängt einfach mal an in die Tasten zu hauen und der andere Teil diskutiert und gräbt weiter, um herauszufinden was genau das Problem eigentlich ist, das wir hier zu lösen versuchen. Vielleicht kommt man dann wieder zusammen, vielleicht auch nicht – in jedem Fall hätten wir aber viel voneinander gelernt: Wir als Produkthersteller und die Redaktion haben uns über Monetarisierung, Erwartungshaltung der Leser, Herausforderungen beim Workflow und neue Wege des Storytellings ausgetauscht.

Erst mal drüber schlafen …

 

Am Samstag morgen nahm die Idee dann plötzlich Gestalt an

Interessant wurde es, als wir die ursprüngliche Idee mit einer anderen Idee verbanden: Eine Themen-Special. Die Kombination eines Bots mit einer themenbezogenen Seite am Beispiel der Wirtschaftswoche sah vielversprechend aus. Füttert die Redaktion den Bot mit themenspezifischem Wissen kann dieser tatsächlich einen Mehrwert für den Leser bieten – und das auf spielerische Art und Weise. Doch nicht nur das: Dadurch, dass wir den Bot mit dem Redaktionssystem verbinden, erfährt die Redaktion, was den Leser wirklich interessiert. Fragen, die von den Lesern häufig an den Bot gestellt werden, sind sehr wahrscheinlich interessant und sind es Wert, beantwortet zu werden. Durch elegante Kombination des Redaktionssystems mit dem künstlichen “Hirn” des Bots kann die Redaktion das Wissen des Bots erweitern – perfekt zugeschnitten auf das Feedback der Leser.
Und noch etwas ist uns während der Entwicklung klar geworden, das uns vorher nicht aufgefallen ist: So ein Bot ist ein idealer Spamfilter. Eine Firewall, die zwischen Trollen und der Redaktion sitzt und viele Vorteile gegenüber Kommentarfunktionen bietet. So muss nicht jeder Kommentar geprüft und freigeschaltet werden: Der Bot beantwortet die Fragen und leitet das an die Redaktion weiter, was wirklich interessant ist.
Für den Leser ist ein Bot die logische Konsequenz, die auf Bildergalerien, Videos und interaktive Grafiken folgt:

 

Nonlineares Storytelling mit Hilfe von künstlicher Intelligenz.

Das klang für uns nach einer wirklich guten Idee, für die es Wert war, sich die Nächte um die Ohren zu hauen. Nach der Aufgaben- und Rollenverteilung ging es an die Arbeit: Der Technik-Teil des Teams kümmerte sich um den Prototypen, der redaktionelle Teil um die Präsentation, machte Umfragen in der Düsseldorfer Innenstadt und erweckte unser Maskottchen zum Leben (Animated Gifs FTW!).

Hier einige Screenshots von Unaite

Das Ergebnis: Ein runder Prototyp und gleich zwei Preise

Entstanden ist in zwei Tagen etwas, das zeigt, welches Potential in der Kombination aus künstlicher Intelligenz und der geschickten Integration in vorhandene Workflows liegt. Hier liegt auch die Kernkompetenz von SPRYLAB: Effizientere Produktion durch bessere Workflows und intelligente Tools, um dem Leser auch in Zukunft die besten Erzählformen auf Smartphones, Tablets und Desktops zu bieten.

Getauft haben wir unser Baby “unaite”, eine Mischung aus “unite” und “AI”. Das Wortspiel steht für das Zusammenbringen von Leser und Redaktion durch künstliche Intelligenz. Ein schickes Logo und eine knackige Präsentation, die wir dank der Unterstützung von Dirk Herzbach von ca. 7min auf 2:45min auf das Wesentliche reduziert haben, rundeten unser Projekt so ab, dass wir damit überzeugen und gleich zwei Preise abräumen konnten. Dabei war die Konkurrenz groß. Wie zum Beispiel das Team Hyperfy, das Social-Media Streams analysiert und zeigt, wo interessante Trends entstehen. Oder Funvestment, das jungen Menschen das Thema Geldanlage näherzubringen versucht. Und gridX, dass aus meiner Sicht in einer ganz anderen Liga spielte und Batteriespeicher in Haushalten und Unternehmen zu einem Netzwerk zusammenschließt, um Stromkosten zu sparen und Netze besser auszulasten. Hier ging es um echte Hardware und Real-World Probleme. Ich drücke dem Team die Daumen für den Erfolg mit ihrer Idee!

Mein Favorit war das Projekt “Build your own offshore Company”, das eine gute Portion CCC-Spirit in die Veranstaltung brachte. Den Satz “Entschuldigung! Ich dachte, das sei hier ein Hackathon und kein Startup-Pitch” lasse ich mal so stehen :).

Danke, liebe VHB-Redaktion, es hat großen Spaß gemacht. Wir wurden sehr freundlich und offen empfangen, gut verpflegt und durften eure Büros durcheinander bringen. Wir freuen uns auf den nächsten Hackathon!

Unser Team: Kerstin Dämon (Redaktion Wirtschaftswoche, Michael Markowski (SPRYLAB), Delf Dackwerts (CoreMedia), Angela Kea (Redaktion WeltN24), Stephan Happel (Redaktion WiWo), Fritz Lasnia (Entwicklung WiWo)

Leave A Comment